Überblick
New Brunswick (NB) ist eine der drei maritimen Provinzen Kanadas und die einzige offiziell zweisprachige (Englisch und Französisch sind hier Amtssprachen) Provinz. Die Wirtschaft stützt sich auf die Energieverarbeitung, die Forstwirtschaft, die Agrar- und Lebensmittelindustrie sowie die Fischerei und Meeresfrüchteindustrie und einen schnell wachsenden Logistik- und Cybersicherheitssektor. In Saint John befindet sich die Irving-Oil-Raffinerie, mit einer Kapazität von mehr als 320.000 Barrel pro Tag: die größte Ölraffinerie Kanadas. In Florenceville hat McCain Foods seinen Hauptsitz, der weltweit größte Hersteller von Tiefkühlkartoffelprodukten – jede vierte Pommes frites weltweit stammt von McCain.
Im Jahr 2025 exportierte New Brunswick Waren im Wert von 15,8 Mrd CAD und war damit innerhalb Kanadas die siebtgrößte Export-Provinz. An der Spitze der Exporte der Provinz stehen raffinierte Erdölprodukte (8,3 Mrd CAD), Krustentiere (988 Mio CAD) und Schnittholz (588 Mio CAD). Innerhalb Kanadas entfallen 17 % der verarbeiteten Erdölprodukte auf New Brunswick.
Ein Vorteil der Provinz ist der Hafen von Saint John, der gemessen an der Tonnage der größte Hafen im Osten Kanadas ist. Das von DP World betriebene Containerterminal schloss im Januar 2026 eine Modernisierung im Wert von 247 Millionen CAD ab und bietet nun über den Maersk/Hapag-Lloyd-Gemini-AL3-Dienst einen direkten Containerverkehr nach Nordeuropa an, wodurch die transatlantischen Aktivitäten ausgebaut wurden.
Steckbreif
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ca. 870.000 Bevölkerung
Kanadas drittkleinste Provinz, ~2,3 % der Gesamtbevölkerung
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72.908 km² Größte der maritimen Provinzen
Flächenmäßig größte Provinz Kanadas und zweitgrößte Verwaltungseinheit nach Nunavut, die sich von der US-Grenze und dem St.-Lorenz-Tal im Süden bis zur Hudson Bay, James Bay und Ungava Bay im Norden erstreckt.
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Fredericton Hauptstadt
Provinzhauptstadt, Sitz der University of New Brunswick und des Canadian Institute for Cybersecurity
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Moncton, St. John & Fredericton Wirtschaftszentren
Drei Knotenpunkte
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Atlantikzeit (UTC -4 / -3)
Zeitzone
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Englisch und Französisch Sprachen
Der Dialekt Chiac ist hier sehr verbreitet. Das ist eine Variante des akadischen Französisch, die vor allem im Südosten von New Brunswick gesprochen wird und viele englische Einflüsse hat.
Wirtschaft und Schlüsselbranchen
Energie und Raffinerie
Die Raffinerie von Irving Oil in Saint John ist die größte Kanadas; über 80 % ihrer Produktion werden in die USA exportiert, wo sie etwa 19 % der US-Benzinimporte ausmacht. Der angrenzende Irving Canaport-Terminal war der erste Tiefwasser-Rohölterminal der westlichen Hemisphäre, der Supertanker aufnehmen konnte. NB Power betreibt das Kernkraftwerk Point Lepreau, einen 660-MWe-CANDU-6-Reaktor – das einzige Kernkraftwerk im atlantischen Kanada.
Forstwirtschaft & Holzprodukte
Die Provinz ist in Kanada die Nummer 1 bei Forstprodukten, gemessen am BIP pro Kopf; 900 Unternehmen sind in diesem Sektor tätig, und der jährliche Exportwert beträgt 2,8 Mrd CAD. Die Branche ist zudem ein wichtiger Arbeitgeber und sichert 24.000 Arbeitsplätze.
Agrar- und Lebensmittelindustrie sowie Meeresfrüchte
McCain Foods (Florenceville) ist der weltweit größte Verarbeiter von Tiefkühlkartoffeln mit rund 50 Werken auf sechs Kontinenten und ist seit 1978 in Deutschland vertreten (McCain GmbH, Frankfurt). Cavendish Farms von J.D. Irving ist Nordamerikas viertgrößter Hersteller von Pommes frites. Hummer, Schneekrabben und Krustentiere werden im Jahr 2025 einen Exportwert von über 2 Mrd US-Dollar erreichen und sind damit ein wichtiger Motor für die Wirtschaft von New Brunswick — ein Status, für den Shediac steht, das als „Welt-Hummerhauptstadt“ gilt.
Cybersicherheit und IKT
In Fredericton ist das Canadian Institute for Cybersecurity (CIC) an der University of New Brunswick (UNB) angesiedelt, deren Fakultät für Informatik über die größte Forschungsgruppe für Netzwerksicherheit in Kanada verfügt. Siemens Canada ist Unternehmensmitglied des CIC und verweist dabei auf seine Arbeit zum Schutz kritischer Infrastrukturen.
Bergbau und Mineralien
Die Bergwerke sind reich an Zink, Kupfer und Wolfram. Diese kritischen Mineralien werden für kohlenstoffarme Technologien, Landesverteidigung und moderne Fertigung genutzt. Die beiden wichtigsten Bergbauzentren sind Bathurst und Sussex.
Standortvorteile für deutsche Unternehmen
Direkte Seeverbindung nach Deutschland/Nordeuropa
Das Containerterminal von DP World im Hafen von Saint John verzeichnete im Jahr 2025 einen Rekordumschlag von 239.364 TEU (Twenty-Foot-Equivalent-Einheiten) – ein Anstieg von 29,4 % gegenüber dem Vorjahr und ein massiver Zuwachs von 175 % seit 2021. Dieses Wachstum ist auf den Abschluss des 247 Millionen CAD teuren Modernisierungsprojekts „West Side“ zurückzuführen. Darüber hinaus bietet der Hafen nun über den „Gemini AL3“-Dienst von Maersk und Hapag-Lloyd eine direkte Anbindung an Nordeuropa.